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Ferdi jumping on the Magic Street of Ariccia, IT

Die magische Straße von Ariccia

26. April 202626. April 2026 von Ferdinand Lehr

Die Magische Straße von Ariccia an der Via dei Laghi in Italien ist zweifellos eines der seltsamsten Phänomene unserer Zeit. Direkt am Monte Gentile gelegen, führt sie vorbei am malerisch schönen Vulkankratersee Lago Albano, schlängelt sich weiter an dessen westlichen Seite bis zum Castle Gandolfo, der Sommerresidenz des Papstes.

In den Medien ‒ Bücher, Dokus, private Berichte – liest, hört und sieht man immer wieder von den seltsamen Vorgängen an diesem Ort. Wasser fließt scheinbar bergauf, Flaschen und Dosen rollen in die „falsche“ Richtung und sogar Autofahrer müssen bergab Gas geben während in der entgegengesetzten Richtung bequem im Leerlauf der Anstieg genommen werden kann.

Vergangenen November wollte ich Gewissheit haben und bin selber an die Magische Straße gereist. Mit dem Flugzeug von Frankfurt nach Rom und von dort mit dem Leihwagen weiter bis nach Ariccia. Die genauen Koordinaten der Stelle hatte ich zuvor recherchiert. Die Gegend mit Ruinen und antiken Gebäuden aus der Römerzeit hat übrigens ihren ganz eigenen besonderen Charme.

Dann war ich am Ziel. Mein Leihwagen überquerte den höchsten Punkt an der Straße über den Monte Gentile und ein Tal lag vor mir. Ich musste Gas geben um die Sohle zu erreichen, was ungewöhnlich war, denn es ging ja offensichtlich bergab. Nach ca. 200 Metern war der tiefste Punkt erreicht und die Straße stieg wieder an bis zu einem Kreisverkehr. Ich machte kehrt und fuhr in entgegengesetzter Richtung den magischen Abschnitt wieder hinauf. Das heißt, eigentlich nur optisch gesehen, denn gefühlsmäßig schien es bergab zu gehen. Ich konnte beinahe im Leerlauf die Hügelkuppe erreichen. Nach zwei- drei weiteren Versuchen, die nicht minder sensationell waren, fuhr ich schließlich zum nahegelegenen Hotel und checkte ein. Die Nacht war sehr angenehm im klimatisierten Zimmer, modern eingerichtet, mit Kaffee, Tee und Frühstück inklusive.

Am nächsten Tag war der Zauber nicht verschwunden. Meine erste Fahrt brachte das gleiche Ergebnis wie schon am Abend zuvor: Bergauf und Bergab schienen vertauscht. Ich startete mehrere Messprogramme auf meinem Telefon, fuhr die Strecke wieder und wieder ab. Schließlich wagte ich den Rollversuch mit meinem Leihwagen. Es war noch früh und nur wenige vereinzelte Autos waren unterwegs. Als gerade kein anderes zu sehen war, aktivierte ich Warnblinker und bremste bis zum Stillstand ab. Ich löste den Gang vom Schaltgetriebe ‒ und mein Wagen begann rückwärts zu rollen, zur Bergkuppe hin. Begeistert legte den Gang wieder ein und fuhr zum nächsten Parkplatz. Zu Fuß waren es nur wenige hundert Meter, dann hatte ich die Stelle wieder erreicht. Eine leere Flasche vom Wegesrand rollte nach ein paar Versuchen ebenso bergauf. Hier muss ich sagen, dass die Flasche entweder überhaupt nicht gerollt ist, aber wenn, dann scheinbar bergauf. Nach diesen tollen überraschenden Ergebnissen begab ich mich zurück ins Hotel, checkte aus und trat die Heimreise an.

Meine persönliche Einschätzung der Erlebnisse an der Magischen Straße von Ariccia ist, dass es sich vermutlich um eine Optische Täuschung handelt ‒ und zwar um eine extrem Gute. Die anschließende Auswertung meiner Messergebnisse und der Vergleich mit verfügbaren amtlichen Daten hat gezeigt: Alle offiziell verfügbaren Messdaten über diesen Straßenabschnitt sind mehr oder weniger widersprüchlich. Geodatendienste wie ARGCIS, GoogleMaps und LIDAR-Scan-Datenbanken zeigen an dieser Stelle durchweg verschiedene Höhenverläufe an. Mal sind dort offenbar zwei Hügelkuppen gemessen worden, die allerdings dem (neuasphaltierten) augenscheinlich schnurgeraden Verlauf des Straßenstücks nicht entsprechen. Dann wieder zeigen Messdaten einen stetigen Anstieg, wo eigentlich ein Gefälle sein müsste.

Es ist schwer zu sagen, was an der Magischen Straße von Ariccia tatsächlich passiert ‒ ich selber kann die dortigen Phänomene nur begrenzt beurteilen. Eines weiß ich aber ganz sicher: Es war die Reise wert.

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